Das Zauberwort heißt „Neue Mitte“: Denn seit ein paar Jahren verändert Hainholz sein Gesicht. Dort, wo früher eine Hauptverkehrsstraße durch den Stadtteil geplant war, entsteht seit ein paar Jahren ein zentraler Bereich mit sozialen und kulturellen Einrichtungen um einen Stadtteilpark, den Park der Generationen, die „Grüne Mitte“.

Seit Dezember 2001 gehört Hainholz zum Bund-Länder-Programm „Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf – die soziale Stadt”. Seitdem wird in den Bezirk investiert, nicht nur finanziell. Der Hainhölzer Mittagstisch ist ebenso entstanden wie die Bildungsinitiative Hainholz. Der Baustein für das Familienzentrum wurde 2011 gelegt, und im Park der Grünen Mitte gibt es generationenübergreifende Freizeitangebote. Nicht zuletzt hat auch der Künstler und überzeugte Hainhölzer Siegfried Neuenhausen mit seinen öffentlichen Kunstprojekten dafür gesorgt, dass das Image von und das Miteinander in Hainholz gestärkt wird – nicht immer eine leichte Aufgabe bei einer Bevölkerungszahl von rund 6500 Menschen aus 80 verschiedenen Nationen.

Ursprünglich leitete sich der Name Hainholz ab aus den Wörtern „Hain“, was so viel bedeutet wie „umfriedeter, heiliger Platz“ und „Holz“, das als alte Bezeichnung für Wald steht. Obgleich Hainholz auf eine etwa tausendjährige Geschichte zurückschauen kann, wurde der Flecken „Heynholtz“ erstmalig 1425 urkundlich erwähnt; 1543 wurde hier eine eigene Pfarrkirche errichtet. Viele Jahrzehnte nutzten die Bewohner die umliegenden Flächen vorwiegend landwirtschaftlich, bis Mitte des 19. Jahrhunderts die Industrialisierung in den hannoverschen Vorort Einzug hielt. Insbesondere die Vereinigten Schmirgel Werke (VSM) drückten Hainholz ihren Stempel auf. Seit 1864 ist die VSM dort ansässig und hat sich bis heute zum bedeutendsten Industriebetrieb im Stadtteil entwickelt.

Nach der Eingemeindung von Hainholz im Jahr 1891 bildete sich die Schulenburger Landstraße zur wichtigsten Siedlungs- und Verkehrsachse in Nord-Süd-Richtung heraus. Die Wohnbebauung erhielt noch einmal einen Schub in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts, als zwischen der Schulenburger Landstraße und der Voltmerstraße bis hin zur Chamissostraße schöne Altbauten entstanden. Wegen des späten Anschlusses an die Kanalisation wurde Hainholz übrigens lange als ein „vernachlässigter Stadtteil“ bezeichnet.

Auch heute noch hat er hin und wieder mit diesem Image zu kämpfen – doch dank der Neuen Mitte und dem harmonischen Nebeneinander von Wohnen, Gewerbe und Erholung hat der Bezirk viel Potenzial gezeigt – und das ist ausbaufähig.