Im Interview: Bezirksbürgermeisterin Edeltraut-Inge Geschke

Was macht Hainholz so l(i)ebenswert?
Das sind für mich die Menschen. Obwohl der Norden, und gerade Hainholz, immer wieder schlecht in Befragungen abschneidet, treffe ich kaum Menschen, die hier nicht gerne leben. Die meisten, die hier wohnen, sind bescheiden und sehr tolerant – leben und leben lassen. Sie gehören vielleicht nicht immer zu den Siegertypen, aber sie tragen ihr Herz auf der Zunge und packen mit an. Hier wird zudem Integration gelebt – lebenswert und liebenswert zugleich.

Was für Projekte stehen im Sanierungsgebiet an?
Ich denke, man sollte die Menschen nicht nur mit Projekten zuschütten. In den letzten zehn Jahren hat sich in Hainholz so viel verändert, was nun erst einmal intensiv von den Bürgern genutzt und angenommen werden muss, um das WIR-Gefühl in diesem Stadtteil zu steigern – das neue Kinder- und Jugendhaus, Ausbau/Neubau des VFVs, Aufstellung eines Bücherschrankes, der kostenlose Donnerstag-Mittagstisch für Jung und Alt, um nur einiges zu nennen. Derzeit läuft der Umbau der Fichteschule zur Ganztagsschule, die GBH errichtet an der Schulenburger Landstraße einen modernen Wohnblock. Und ein eher lästiges Thema wird gerade zum Ende gebracht: der Ausbau der Schulenburger Landstraße. Wir haben den Hochbahnsteig „Hainhölzer Markt“ nicht umsonst dort hingesetzt, denn nun endlich wird auch der Bau eines Einkaufszentrums umgesetzt.

An welchen Ecken hakt es?
Die Verbesserung der Lebens- und Wohnqualität sehe ich leider noch lange nicht. Aber das Einzige, was uns daran hindern könnte, weiter zu planen, wäre ein Finanzstopp aus dem Programm „Soziale Stadt“.

Haben Sie einen Lieblingsplatz?
Ich liebe das Naturbad, mit dem herrlich weichen Wasser und der schönsten Liegewiese überhaupt. Ich sitze auch gerne vor dem Kulturhaus, denn das heißt Leben. Gern bin ich beim „Türken“ in der Kneipe, wenn 96 spielt. Ein schöner Platz ist auch der Teegarten, den die Hainhölzer für sich nutzen können, sowie der Bahnhofsvorplatz mit den Neuenhausen-Figurinen.

Wie steht der Stadtteil hinsichtlich der wohnungsbaulichen Entwicklung und für Familien da?
Im Grunde dreht sich alles um die Menschen und die Gestaltung ihres Umfeldes. Wenn die Menschen sich „zu Hause“ fühlen, tragen sie dies auch nach außen. Die Attraktivität für Familien ist heute schon gegeben – aufgrund der vielen neuen Kindergärten, der Ganztagsschule, des Kinder- und Jugendhauses. Hainholz hat Vereine wie Schützenverein, Fußball oder Rugby, und die Hainhölzer Kulturgemeinschaft bietet generationenübergreifend ein umfangreiches Programm. Was fehlt, ist Platz für neue Häuser. Wenn uns die stete Weiterentwicklung gelingt, sehe ich für das immer attraktiver werdende Hainholz eine positive Zukunft.